Mathias Hecht zum IM Australia: "Ich werde alles dafür geben, ganz vorne dabei zu sein."

von Mathias Hecht, am 02.04.2009
Maik und ich sind gut in Port Macquarie angekommen. Wir haben die 800km Autofahrt in zwei Tagesetappen hinter uns gebracht. So konnten wir uns nach der ersten Hälfte der Strecke etwas ausruhen und nach dem langen Sitzen noch etwas Schwimmen und Laufen gehen. Das Autofahren war ziemlich anstrengend, mussten wir doch einen grossen Teil der Strecke bei Extrembedingungen hinter uns bringen. Ich glaube ich habe noch nie solch sintflutartige Regenfälle erlebt. Teilweise hat man keine 20m mehr voraus gesehen. Die Strassen hier sind sonst schon schlecht, aber wenn sie noch mit Wasser bedeckt sind, dann wird das Ganze eine ziemlich heikle Angelegenheit. Doch wir hatten noch Glück. Unsere Kollegen, die erst heute Mittag abfgefahren sind, kamen an einer Stelle nicht einmal mehr durch, so hoch war das Wasser.

Wir haben heute nach der Ankunft nochmals zweimal kurz trainiert. Meine Beine fühlen sich sehr gut an. Ich hatte die letzten zwei Wochen noch etwas Probleme mit meinem Knie und konnte nur noch zweimal Laufen. Aber heute lief ich ohne Schmerzen und ich bin zuversichtlich, dass ich am Sonntag bereit sein werde. Ich habe vorher drei Monate lang ein knallhartes Laufprogramm absolviert und wenn es sich nicht jetzt auszahlt, dann spätestens in Frankfurt. Meine Hawaii Quali habe ich durch den 8ten Rang in Hawaii bereits geholt. Das heißt ich kann hier befreit und ohne Druck an den Start gehen.

Nach meinem dritten Rang vom vergangenen Jahr, möchte ich natürlich wieder auf’s Podest kommen und wenn ich einen guten Tag erwische, vielleicht sogar um den Sieg mitreden. Aber ich mache grundsätzlich nicht gerne Rennprognosen. Denn erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Ich weiß nur, wie hart ich trainiert habe und wie fit ich bin. Meine Konkurrenten kann ich nicht beeinflussen. Von Maik (Twelsiek) kann ich wohl noch am ehesten sagen, dass er auch top fit ist und sicherlich ganz vorne mitmischen wird. Auf dem Papier schätze ich wohl Patrick Vernay (3-facher Ironman Australia Sieger, Hawaii Sechster 2008, Challenge Roth Sieger 2008) und Tim de Boom (2-facher Ironman Hawaii World Champion) am Stärksten ein. Dazu kommen aber ein paar weitere interessante Namen wie Mitch Andersson (Zweiter hier im Vorjahr, Radbestzeit Ironman Western Australia mit 4h18min!!!, Ironman Western Australia Sieger 2005), Tim Berkel (Ironman Western Australia Sieger 2008), Pete Jacobs (Challenge Roth Dritter 2008), Simon Thompson (Teilnehmer Olympische Spiele Athen 2004 für Australien im Triathlon), Jimmy Johnson (mehrfacher Podium Finisher Ironman) und nicht zu vergessen, Jason Shortis (u.a. 9 Ironman Siege und unzählige Top 3 Resultate). Alles in allem eine gewaltige Packung Top Cracks und das wohl beste Feld, welches je an einem Ironman Australia am Start war.

Die Konkurrenten sind nicht die Einzigen, die einem hier das Leben schwer machen werden. Die Strecke in Port Macquarie würde ich nämlich als sehr anspruchsvoll bezeichnen. Der schlechte Strassenbelag macht die Radstrecke besonders anspruchsvoll und dann gilt es während der ganzen (3X) 60km out and back Strecke zahlreiche kleinere Hügel zu überwinden. Es ist hier schwierig, einen guten Rhythmus zu finden.

Doch das Brutalste an der Strecke ist wohl der anschließende Marathon. Insgesamt 10km der Strecke befinden sich nämlich in hügeligem Gelände und vor allem wenn man auf den letzten Kilometern nochmals in diese Steigungen rein läuft, brennen die Beine so richtig heftig. Aber wer will schon klagen? Wir machen hier einen Ironman. Und der soll so tough wie möglich sein. Der Stärkste soll gewinnen. Ich werde alles dafür geben, ganz vorne dabei zu sein.


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